Die nächste Vortragsveranstaltung unseres Arbeitskreises  findet statt am

Dienstag, dem . März 2007, 18.30 Uhr
       
Industrie- und Handelskammer zu Köln,
Unter Sachsenhausen 10-26, 50667 Köln
Camphausen-Saal, Erdgeschoß

Es wird vortragen

Herr Rechtsanwalt Hans-Gerd Jauch, Köln

zum Thema

„Insolvenzstandort Deutschland in Gefahr?“

Wir freuen uns, dass sich Herr Rechtsanwalt Hans-Gerd H. Jauch, ein langjähriges Mitglied unseres Arbeitskreises, bereit erklärt hat, zu einem interessanten Thema zu referieren. Der Referent ist Rechtsanwalt und Partner von GÖRG Partnerschaft von Rechtsanwälten. Er wird vom Insolvenzgericht Köln regelmäßig als Insolvenzverwalter bestellt. Darüber hinaus ist Herr Jauch überregional tätig in Restrukturierungs- und Eigenverwaltungsverfahren, zuletzt z.B. als Geschäftsführer der wesentlichen oprativen Gesellschaften des Babcock-Borsig-Konzerns und von AgfaPhoto. Herr Jauch ist Mitglied des Committee "J" (Bankruptcy) der International Bar Association (IBA), von INSOL International und des Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID).  Er ist ein gefragter Dozent zu verschiedenen Themen des Insolvenzrechts. Im Rahmen seiner Vortragstätigkeit war er u.a. Gastdozent an der European Buisiness School (EBS) in Oestrich-Winkel.
Im Verfahren der in Köln ansässigen Collins & Aikman Automotive Trim GmbH fungiert Herr Jauch als Sachwalter. Bei der Collins & Aikman Automotive Trim GmbH handelt es sich um einen Automobilzulieferer, über dessen Vermögen zunächst durch den High Court of Justice ein englisches Hauptinsolvenzverfahren eröffnet worden war, bevor Gläubiger in Deutschland Antrag auf Eröffnung eines Sekundärinsolvenzverfahrens über das Vermögen der Gesellschaft stellten. Letzteres veranlasste schließlich die englischen Joint Administrators dazu, einen Eigentrag auf Eröffnung eines Sekundärinsolvenzverfahrens zu stellen, verbunden mit dem Antrag, das Sekundärverfahren in Eigenverwaltung zu eröffnen. Das Insolvenzgericht Köln hat diesem Antrag entsprochen und Herr Rechtsanwalt Jauch zum Sachwalter bestellt. Der Versuch eines identischen Vorgehens über eine weitere in Deutschland ansässige Schwestergesellschaft ist demgegenüber gescheitert. Herr Jauch wird am Beispiel der Geschichte der Collins & Aikman Automotive Trim GmbH schildern, wie es durch sog. Forum-Shopping gelungen ist, ein Hauptinsolvenzverfahren über eine deutsche GmbH durch den High Court of Justice in London eröffnet zu bekommen. Er wird die Interessenlagen der Beteiligten beleuchten und dabei einen Blick auf die gleichgelagerten Verfahrens über zahlreiche Schwestergesellschaften im nicht-englischen Ausland werfen. Der Referent wird sich der Frage widmen, ob  befürchtet werden muss, dass Insolvenzverfahren über deutsche Gesellschaften künftig zunehmend im europäischen Ausland eröffnet werden. Er wird auf die Rolle des Sekundärinsolvenzverwalters und der spezifischen Probleme der Koordination von Haupt- und Sekündarinsolvenzverfahren eingehen. Schließlich wird er erörtern, wie sich ein Gläubiger verhalten soll, wenn er mit einem ausländischen Verfahren konfrontiert wird.
Wir dürfen auf ein interessantes Referat gespannt sein. Zugleich hoffen wir angesichts der Brisanz der Thematik auf eine rege Diskussion im Anschluss an den Vortrag.

Gäste sind – wie immer – herzlich willkommen.

Mit freundlichen Grüssen
bin ich Ihr
Prof. Dr. Vallender
Vorsitzender

 

Nach oben